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Cachedose - Oktober 2013

Pünte - Ahoi

"Eine Pünte ist ein Schiff ohne Motorantrieb und damit ein spezieller Prahm. Es wird von Menschenhand mit einer Kurbel oder von Pferden vom Ufer aus durch das Wasser gezogen. Heute werden Pünten fast ausschließlich als Fähren eingesetzt."(Wikipedia)

So kamen wir über das Cachen zu unserer ersten Fahrt mit einer Pünte.

Aber der Reihe nach.

Ein paar Urlaubstage an der Nordsee. Wir hatten unser Quartier in Greetsiel aufgeschlagen und so dauerte es nicht lange, bis wir auf den Cache „Fähre Kurbelpünt“ (GC3N7PG) aufmerksam wurden. Wir fuhren bis kurz vor die Fähre, holten uns an Station 1 die notwendigen Informationen und wollten frohgemut mit der kleinen Fähre übersetzen. Station 2 dieses Multis lag halt am anderen Ufer, dummerweise die kleine Fähre aber auch. Und was wir auch immer mit der großen Handkurbel versuchten, das Ding löste sich drüben nicht vom Fleck. Irgendetwas klemmte.

Wenn das Ding nicht zu uns kommt, dann kommen wir eben zu dem Ding. Mit dem Cachemobil ja kein Problem, eben mal 5 km Umweg und schon waren wir an Station 2. Jetzt brauchten wir die Fähre zwar nicht mehr, aber wir hatten das kleine Erfolgserlebnis, was beim Geocaching ja den Ausschlag gibt: Wir fanden die Finaldose.

Schon fast auf dem Rückweg zum Auto, sahen wir am gegenüberliegenden Ufer eine Familie, wie sie sich abmühte, die Fähre auf ihre Seite zu bekommen. Gleiches Problem wie wir zu Anfang. Unterschied: Wir konnten helfen, lösten mit einem Hebel die Fähre aus ihrer arretierten Position und wenig später stand die Familie auf unserer Uferseite: Geocacher?? Geocacher!! So lernten wir Team „Blindspotter“ kennen (und die uns). Irgendwann zog jeder wieder seiner Wege, Team Blindspotter hatte das Vergnügen, eine zweite Fährfahrt zu erkurbeln.

Wo eine Pünte ihren Dienst in diesem gewässerreichen Landstrich verrichtet, gibt’s sicherlich noch andere. Wir waren auf den Geschmack gekommen. Und nach ein bisschen Recherche stießen wir auf die beiden Geocaches „Pünte 1“ (GC4K9XN) und „Pünte 2“ (GC4K9Y8). Also am nächsten Tag nichts wie hin.

Der geneigte Leser ahnt es schon, wir starteten auf der Seite von „Pünte 2“ und die Fähre lag auf der Seite von „Pünte 1“. Und wieder gab’s Probleme. Immer wieder verhakte sich die Zugkette am Führungsrohr der Kurbeleinrichtung am Ufer. Aber die Fähre löste sich langsam vom anderen Ufer. Nur trieb jetzt Seitenwind die Fähre aus der Fahrrinne. Das Führungsseil hatte offenbar zu viel „Spiel“. Wären nicht zwei kleine „Anglermuggels“ auf der gegenüberliegenden Seite gewesen, wir hätten ein zweites Mal auf unsere ersehnte Fährfahrt verzichten müssen. So aber konnten die beiden durch Gegenzug an ihrer Kurbel die Fähre in die Fahrrinne zurückziehen und wir konnten zum ersten Mal übersetzen.

Wer meint, das sei doch ganz einfach, der stelle sich dort hin und kurbel. Man muss sich diese Überfahrten redlich verdienen.

Selbstverständlich wurde uns auch auf der „Rückfahrt“ von den beiden Steppkes wieder geholfen, der Seitenwind war halt immer noch da. Als Ausgleich wissen die beiden jetzt einiges über Geocaching.

Bleibt noch zu beschreiben, wie so eine Kurbel-Pünte funktioniert:

Auf der Fähre: An beiden Enden der etwa 4x4m großen Plattform befindet sich eine Handkurbel mit der man jeweils eine Gliederkette, die am gegenüberliegenden Ufer befestigt ist, einziehen kann. So zieht man sich quasi selbst an das jeweilige Ufer. Damit die Fähre in der vorgesehenen Fahrrinne bleibt, wird sie durch ein zwischen den beiden Ufern gespanntes Stahlseil geführt. (Was aber bei Seitenwind wohl nicht so richtig funktioniert, s.o.)

Für das Rüberholen der Fähre gibt es auf jeder Uferseite eine zusätzliche ortsfeste Kurbel, durch dessen Kettenrad die oben beschriebene Gliederkette geführt ist. Man zieht also vom Ufer aus mit der Kurbel und der Kette die Fähre zu sich heran.

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Letzte Änderung: 19.10.2013