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Cachedose - Juli 2014

Freiburger Bächle

Eine Perle des Geocaching ist ohne Zweifel der Cache Freiburger Bächle – Der Rundgang (GC16XC2).

Lassen wir den Schöpfer dieses Caches selber in seiner Cachebeschreibung über dieses Wahrzeichen Freiburgs berichten:

Theorie:

"Die Freiburger Bächle kennt jeder, könnte man meinen. Gesehen oder zumindest von ihnen gehört haben sicherlich die meisten.Besonders dann wenn man Freiburg schon einmal besucht hat. Dabei mag der ein oder andere sogar schon ausversehen "hineingedappt" sein und sich nasse Füße geholt haben. Ab und zu sieht man auch Auswärtige, die beim Parken das Bächle glatt übersehen haben und nun unter Beobachtung schmunzelnder Freiburger, mehr oder weniger geschickt versuchen wieder Herr über ihr Gefährt zu werden.

Doch wie genau kennt Ihr die Bächle? Denn Bächle sind nicht gleich Bächle! Die einzelnen Bächleabschnitte unterscheiden sich je nach Alter, Größe und verwendetem Material teilweise erheblich.

Bei Oberlinden und in der Herrenstraße sind sie stellenweise über einen Meter breit und bis zu 60 cm tief, während sie in der Kaufhausgasse mit 35cm Breite und 15cm Tiefe eher kleine Rinnsale sind.

Auch die Formen der Bächle sind je nach Entstehung und Alter sehr unterschiedlich. Ursprünglich waren es flache Rinnen die in der Mitte der Straße verliefen. Ja richtig, die Bächle flossen früher genau in der Mitte der Straße. Auf dem Rundgang werdet ihr auch an einer Stelle vorbeikommen, an der ein Bächle neueren Datums wieder in der Mitte der Straße fließt. Da dies jedoch für den Straßenverkehr recht unpraktisch war, wurden die Bächle Mitte des 19 Jh. an den Straßenrand verlegt oder verschwanden unterirdisch in Rohren. Bei dieser Verlegung verwendete man damals hauptsächlich halbrunde Sandsteinrinnen, auch diese werdet ihr an vielen Stellen finden. Ende des 19 Jh. begann man stellenweise die Bächle zu vertiefen und die Sohlen der Bächle zu Pflastern. Für die Pflasterung wurden hauptsächlich Rheinkiesel verwendet und die Seiten mit Sandstein eingefasst. Bächle die in neuerer Zeit verlegt wurden oder wieder neu entstanden sind, werden meist mit Basalt oder Porphyr gepflastert und seitlich von Granitplatten eingefasst.

Die Regulation der Bächle geschieht über 142 Schieber, mit Hilfe derer die Wassermenge reguliert und einzelne Abschnitte auch trockengelegt werden können. Für die Linde bei Oberlinden gibt es einen extra Schieber damit sie direkt mit Bächlewasser bewässert werden kann.

Am Ende eines Bächles findet man oft sogenannte Rechen. Diese sammeln größeren Unrat und beugen so der Verstopfung der unterirdischen Bächlesysteme vor. Seitliche Überläufe, die direkt mit dem Kanalnetz verbunden sind, leiten überschüssiges Wasser ab und verhindern so Überschwemmungen bei starken Regenfällen.

Die Bächle fließen dem natürlichen Gefälle des Dreisamschwemmfächers folgend von Ost nach West. Der höchste Punkt liegt beim Schwabentor und stellt den Anfang dieses Rundgangs dar. Allerdings hat man im 13 Jh. noch etwas nachgeholfen und das Niveau der östlichen Altstadt um teilweise bis zu drei Meter angehoben um das Gefälle zu vergrößern, so lautet eine zumindest eine Theorie. Andere Untersuchungen widersprechen dem und gehen von einem tatsächlichen natürlichen Gefälle aus. Der tiefste Punkt liegt am Predigertor. Vom Schwabentor bis zum Predigertor sind es ca. 710 m. Der Höhenunterschied beträgt knappe 9 m. Das führt zu einem Gefälle von durchschnittlich 12 ‰, welches ausreicht um die Bächle fließen zu lassen.“

Wer sein Wissen noch weiter vertiefen möchte, dem wird dieser Artikel in Wikipedia sicherlich weiterhelfen.

Praxis

27 Stationen anlaufen, Bilder mit der Realität vergleichen und zuordnen: Das schafft man nicht in einem schnellen Durchlauf. Und ist letztlich auch nicht gewollt. Schließlich führt die Strecke durch die quirlige Innenstadt, man muss verweilen und suchen. Selten sind wir bei einem Cache so oft angesprochen worden und immer mit der Frage: Kann ich helfen? Dann muss man ausholen, was man denn hier eigentlich sucht und schon ist die Neugier beim Gegenüber geweckt, man erhält Zusatzinformationen die mehr oder weniger hilfreich sind. Und so vergeht die Zeit.

Eigentlich sollte es nicht so schwierig sein, die Bildausschnitte der Realität zuzuordnen. Die Krux ist aber, viele Bächleabschnitte gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Erst die Prüfung im Detail zeigen Unterschiede, auf die es ankommt.

Städtische Infrastrukturen sind ständigen Veränderungen unterworfen. An zwei Stationen wurde während unseres Aufenthaltes gebaut und die Bächleabschnitte waren nicht einsehbar. An einer Station auf dem Wochenmarktplatz stand beim ersten Besuch ein Festzelt über dem Bächleabschnitt. Nicht wenige der Bilder zeigen Veränderungen, die in der Realität nicht anzutreffen waren, sei es, dass zwischenzeitlich Reparaturen erfolgten, sei es dass der natürliche Bewuchs sich über die Zeit geändert hat.

Wir brauchten drei Anläufe, manche Stationen haben wir bis zu viermal aufgesucht, um die letzten Zweifel auszuräumen. Nach dem zweiten Durchgang mussten wir uns bei zwei Stationen endgültig geschlagen geben. Zum Glück waren beide der Ostkoordinate zuzuordnen. Wir konnten also die Koordinaten trotzdem errechnen. Der dritte Besuch führte uns dann direkt zum Cacheversteck. Mehr oder weniger direkt: Wir mussten selbstverständlich erst mal eine Baustelle umrunden

Eins ist sicher, man geht jetzt auf jeden Fall mit anderen Augen durch die Freiburger Innenstadt, wir, die Bächle-Experten!

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Letzte Änderung: 11.08.2014