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Cachedose - November 2015

Hoch lebe das Ehrenamt

Anfang 2007 hatte unser alter Cacherfreund Hans-Peter als letzter aus den beiden Teams Pfeifenfreund und vewodu den wohlverdienten Stand der Ruhe erreicht. Aus diesem Anlass veröffentlichten wir einen Geocache, hatten unseren Spaß und überließen das Produkt allen anderen Cacherfreunden zur gefälligen Unterhaltung.

Sprungschanze in Monrepos

Die Jahre gingen ins Land und mit wachsender Sorge mussten wir dem Verfall der Schanze zusehen. Irgendwann, so vermuteten wir, wird das Highlight dieser Cacherunde, von dem wir unseren Freund in irrwitzigen Kapriolen hinunterschießen ließen, entsorgt, wie so vieles Andere in dieser schnelllebigen Welt. Aber immerhin, fast 60 Jahre hatte sie den Unbilden der Witterung getrotzt, wobei sie Schnee wohl eher selten widerstehen musste. Wenn es denn mal wieder einer im realen Leben wagen sollte, sich von dieser Schanze in die Lüfte zu schwingen und im Telemarkstil zu landen, es wären sicherlich aufwändige Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen. Der Auslauf ist inzwischen zugewachsen, der Kampfrichterturm zur Hütte umgebaut.

Nach allem konnte also davon ausgegangen werden, von dieser Schanze springt keiner mehr, die ist bald Geschichte. Umso überraschter waren wir, als wir bei einer Cachewartung vor Monaten Wartungsarbeiten an der Schanze feststellen konnten. Und siehe da, ein Artikel vom 30. Oktober 2015 im Lokalteil der Rheinzeitung bestätigte dies:

„Sprungschanze vor Verfall bewahrt"

"Ehrenamt Ski-Club hat seine nostalgische Sportstätte saniert"

"M Segendorf. Am Rande des kürzlich eröffneten Fürstenweges befindet sich auf Monrepos die einst bedeutende und in Rheinland-Pfalz einzigartige Skisprunganlage des Ski-Clubs Monrepos-Segendorf. Deren Ursprung geht bis aufs Jahr 1955 zurück. Nun haben Ehrenamtliche sie restauriert.

Skisportbegeisterte Mitglieder errichteten hier in Eigenleistung vor 60 Jahren die erste Sprungschanze aus Stangenholz. Es fanden in den 50er-Jahren und später groß angelegte Skisprungveranstaltungen, Landesmeisterschaften und kleinere Wettbewerbe mit bis zu 1000 Zuschauern statt. In den Folgejahren erfolgten zahlreiche Erweiterungen wie der Kampfrichterturm, aus dem die heutige Skihütte hervorging, und Erneuerungen an der Anlaufanlage. Wegen Schneemangel und heutigen, nicht zu erfüllenden technischen Anforderungen gibt es schon seit Jahren hier keine Wettbewerbe mehr. Der letzte Umbau mit einer Konstruktion aus Vierkantholz fand vor mehr als 30 Jahren statt. Da das Holzgerüst ständig der Witterung ausgesetzt war, verfiel der Anlaufturm trotz zwischenzeitlicher Anstrich- und Ausbesserungsarbeiten mehr und mehr.

Die Schutzgeländer brachen ab, und nach eingehender Prüfung 2014 war auch die Standsicherheit des Schanzenturms nicht mehr gewährleistet. Der Vorstand des Ski-Clubs Monrepos-Segendorf mit dem Vorsitzenden Jörg Glinitzki konnte diesen Zustand, schon alleine wegen des Publikumsverkehrs auf der nebenan liegenden Fürst-Friedrich-Wilhelm-Skihütte, nicht vertreten. Man beschloss auf der Mitgliederversammlung Anfang 2015, den Rückbau des Anlaufturms zu beantragen. Dies rief aber den Widerspruch einiger langjähriger Mitglieder hervor, die dann unter Leitung von Architekt Horst Bauer anboten, die Schanze kostengünstig in Eigenleistung und mit Sachspenden der Firmen van Roje, Holz Konrad und Werhand wieder standsicher herzurichten.

Nach dem Beschluss der Mitglieder auf der Versammlung im April 2015, den Anlaufturm doch zu erhalten, fand sich eine kleine Gruppe Freiwilliger, die diese Arbeiten ehrenamtlich übernehmen wollten. Zunächst wurden die verwitterten Teile abgebaut. Anschließend wurde aus dem gespendeten Material ein komplett neuer Turm konstruiert und an der noch vorhandenen, brauchbaren schrägen Anlauffläche angedockt.

Zur Abdeckung der oberen Plattform brachten die Helfer zusätzlich eine Folie auf, damit Wasser und Schnee diesem gefährdeten Bauteil so schnell nichts anhaben können. Bereits im September waren diese Arbeiten weitgehend abgeschlossen, sodass die Sportanlage, wenn auch ungenutzt, aber bautechnisch wieder einen stabilen, sehenswerten Eindruck hinterlässt, an dem sich die Rheinsteigwanderer, die Hüttenbesucher und vor allen Dingen auch die Mitglieder des Skiclubs erfreuen können.“

Soweit der (leicht gekürzte)Artikel aus der Rheinzeitung. Bleibt nur noch, uns bei den Ehrenamtlichen auch im Namen von uns Geocachern zu bedanken. Und unser Cacherfreund kann auch weiterhin von hier aus seine Kapriolen durch die Lüfte machen; er wird wohl in Zukunft der Einzige sein, der von hier aus den Sprung ins Ungewisse wagt.

© 2008-2017  vewodu

Letzte Änderung: 03.11.2015