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Geocaching in der Kritik

Wer konnte am Anfang des Geocaching mit dem rasanten Anstieg der Zahl aktiver Geocacher rechnen. Ihre Anhängerschaft allein in Deutschland nähert sich inzwischen (2012) der Hunderttausend Marke, ein Vielfaches dessen ist an Caches in Deutschland versteckt, es gibt keinen Kontinent mehr, vermutlich kein Land auf dieser Erde, das nicht mindestens einen Geocache aufweist. Selbst auf der ISS kann ein Cache gefunden werden.

Ist das noch normal? Ist das noch steuerbar? Was ist aus dem kleinen aber feinen Kreis eingeschworener Geocacher geworden, die keine Kosten und Mühen scheuten, einer irgendwo in der Landschaft versteckten Plastikdose einen Besuch abzustatten? Ist das noch eine natur- und landschaftsverträgliche Sportart?

Fest steht, mit der Unbekümmertheit, mit der wir bisher unser Hobby betrieben haben, kommen wir nicht weiter. Aber offenbar auch nicht, wie wir leidvoll in jüngster Vergangenheit erfahren mussten, wenn wir das Gespräch mit den Nichtcachern suchen. Diese Gespräche endeten, nach unserer Erfahrung, bisher vornehmlich in einer Verschärfung und Verhärtung der Situation.

Hier ein paar Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit aus unserer Region um Koblenz:

Irgendwann Anfang 2009 hatte ein heimischer Geocacher die Idee, ähnlich dem Walk of Fame in Hollywood in einem Waldstück südlich von Koblenz Caches auszulegen (sog. Field of Fame, FoF), die die Namen der Owner tragen sollten und die nach Möglichkeit mit dem von Groundspeak® auferlegten Mindestabstand von ca. 160m zum Vorgänger liegen sollten. So wuchs binnen kurzem ein Konglomerat an Geocaches (fast allesamt sog. Tradis, also Traditional Caches) in diesem Waldgebiet. Das Gebiet erlangte Kultstatus, an Wochenenden waren Heerscharen an Cachern in diesem Gebiet unterwegs. Und es wuchsen die Probleme. Nennen wir sie mal Powercacher, sie versuchten binnen kürzester Zeit so viele Caches wie nur irgend möglich zu finden, es wurden nachweislich Fahrzeuge im Wald eingesetzt, um diese Caches aufzusuchen und es wurde zunehmend nachts gesucht. Irgendwann war es dem Forstamt in Koblenz zu viel; Beschwerden aus dem Kreis der Jagdpächter zwangen offenbar dazu, hier tätig zu werden. Dies war der Zeitpunkt (Herbst 2011), zu dem wir mit einigen anderen Gleichgesinnten die Interessen-Gemeinschaft Koblenz (IGG) gründeten und uns den Amtsleuten als Ansprechpartner aus der Geocachergemeinde zur Verfügung stellten. Folgende Profilbeschreibung hinterließen wir unter Geocaching.com:

„Ein loser Zusammenschluss mehrerer Geocacher, denen ihr Hobby am Herzen liegt.

Mit der zunehmenden Zahl Gleichgesinnter wächst die Gefahr, dass wir aus der Sicht Außenstehender als Bedrohung/Störung wahrgenommen werden. Nicht immer sind uns die ‚Muggels‘ wohlgesonnen. Und nicht immer verhalten sich Mitglieder unserer Cachergemeinschaft so, wie es Anstand und Einsicht eigentlich erfordern.

Dort, wo wir konkrete Probleme erkennen bzw. diese an uns herangetragen werden, sind wir um Lösung bemüht. Wir wollen keinen Reviewer ersetzen und wir wollen keine neuen Verhaltensregeln aufstellen. Wir nehmen für uns in Anspruch, als Cacher mit langjähriger Erfahrung zu handeln und um das Wohl unseres Hobbys bemüht zu sein.

Wir werden nur über diesen Account tätig werden und über die hier hinterlassene E-Mail-Adresse erreichbar sein. Es werden von uns nur Themen aufgegriffen, die den Großraum Koblenz betreffen.“

Soweit das Profil unter Geocaching.com. Als erste und – sieht man mal von einigen individuellen Einzelaktionen von IGG-Mitgliedern in der Cachergemeinde ab - bisher einzige Aktion dieser IGG wurde in allen Cachebeschreibungen der FoF-Caches eine Note von uns hinterlassen, die wir ‚Appell an die Vernunft‘ nannten und folgenden Wortlaut hatte:

„Im Field of Fame gibt es inzwischen mehr als 200 Traditional Caches auf engstem Raum. Kurzum, das FoF ist Kult.

Das FoF hat aber auch seine Schattenseiten. Viele der Dosen und/oder deren Inhalte sind in einem erbärmlichen Zustand. Die Owner sind über ganz Deutschland verteilt und können oftmals wegen der weiten Anreise ihre Caches nicht angemessen pflegen.

Obwohl nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesen, ist doch durch die schiere Dosendichte und die Besucherzahlen die Waldfläche auch abseits der Wege intensiv genutzt, so dass Schäden auf Dauer unvermeidbar sind.

Wir möchten uns den Wald mit anderen Waldnutzern zu teilen. Durch das FoF Gebiet verläuft ein Traumpfad, auf dem übers Jahr Hunderte von Wanderern ziehen.

Das Waldgebiet wird intensiv bejagt und bewirtschaftet, die Jagdpächter stehen mittlerweile in dem Gebiet dem Geocaching skeptisch gegenüber.

Darum nun unser Appell an jeden Owner:

• (Thema unzureichende Wartung)

Bitte archiviere deinen im FoF ausgelegten Cache, wenn du dich außerstande siehst, ihn selbst zu pflegen. Dies gilt insbesondere dann, wenn du in deinen Einträgen ein Need-Maintenance vorfindest und die Wartung nicht zeitnah (ca. 3 Wochen) durchführen kannst.

• (Thema abseits der Wege)

Archiviere ebenfalls deinen Cache, wenn er nicht in unmittelbarer Nähe eines Waldweges abgelegt ist.

• (Thema T5)

Kein Baum verträgt auf Dauer den Besucherandrang von Dutzenden Kletterern pro Jahr. Also bitte auch einen T5-er archivieren.

• (Thema Hochstände)

Caches an und um Hochstände herum sind keine gute Idee und sollten ebenfalls archiviert werden.

Neben dem Appell an die Owner dann auch noch einer an die vielen Cacher, die das FoF aufsuchen:

• Geht zu Fuß

• Cacht nur an Wegen

• Parkt das Auto auf ausgewiesenen Parkplätzen.“

Seit Mai 2012 haben sich die Verhältnisse im Field of Fame entscheidend verbessert, nicht nur durch unsere Aktion. Seitens Groundspeak® wurde das FoF inzwischen als Sperrgebiet deklariert, das heißt, neue Caches dürfen in diesem Gebiet bis auf weiteres nicht mehr ausgelegt werden. Zur Zeit (Januar 2017) sind noch 96 Caches aktiv (von vormals 244). Auch haben wir durch den Kontakt mit dem Forstamt erreicht, dass wir (die IGG) vorab über Termine über jagdliche Aktivitäten informiert werden, so dass in den einschlägigen Foren und über Geocaching.com die Cacherfreunde vorab informiert werden können. Die Situation im FoF hat sich nach außen hin also beruhigt, soweit erkennbar verläuft der ‚Ansturm‘ auf das Gebiet in erträglicherem und naturverträglicherem Rahmen und, das sollte nicht unerwähnt bleiben, die örtliche Tourismusindustrie kann weiterhin von seinen Geocaching-Gästen profitieren.

Diese Gespräche mit Landesforsten RLP (Forstamt Koblenz) entschärfte zwar die Situation auf dem Field of Fame, gab aber auch der Amtsseite die Gelegenheit, ihre Anliegen herüberzubringen. Sie hatte ja plötzlich Ansprechpartner. Während wir um Kompromisse rangen, war auf der Gegenseite, so unser Eindruck, schon längst der Zug abgefahren, bei denen laden wir mal alle unsere Probleme ab, die werden schon was erreichen. Den letzten Entwurf eines Forderungskataloges an uns (zugegebenermaßen selbsternannten) Geocacher-Vertreter war so ernüchternd, dass wir deren Verbreitung an unsere Cacherfreunde lieber unterlassen haben. Wir haben aber sichergestellt, dass der Reviewerkreis von Groundspeak® davon Kenntnis hat. Hier der Wortlaut, wie er uns vom Forstamt zugesandt wurde (Stand 3.04.2012):

"Verhaltensregeln für Geocacher im Wald

Rechtliche Situation:

Legen eines Caches:

Bedarf grundsätzlich der Genehmigung des Grundstückseigentümers (sog. Eigentumsstörung!). Eine Berechtigung, einen Cache gegen den Willen des Eigentümers zu verstecken, besteht nicht!

Aufsuchen eines Caches:

Ist vom allg. Betretensrecht grundsätzlich abgedeckt, wenn die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege beachtet werden (Ausnahme: größere Gruppen oder eine Vielzahl einzelner Geocacher suchen regelmäßig das Versteck auf, z. B. Field of Fame)

Wenn folgende Verhaltensregeln beachtet werden, ist davon auszugehen, dass Geocaching von den meisten Grundeigentümern auch weiterhin geduldet wird!

Caches sollten grundsätzlich immer nur in unmittelbarer Nähe von Forststraßen, Wald- und Wanderwegen platziert werden! Nur so sind weithin sichtbare Trampelpfade zu den Caches zu vermeiden. Geocaching in der Morgen- und Abenddämmerung sowie bei Nacht stört die Wildtiere besonders.

An folgenden Orten dürfen Caches nicht versteckt werden bzw. sollten von verantwortungsvollen Schatzsuchern nicht aufgesucht werden:

• Naturschutzgebiete abseits der Wege

• gesetzlich geschützte Biotope (z.B. Bäche und bachnahe Vegetation, Quellbereiche, Lehm- Lößwände, Trockenwälder und Felsgebüsche.....)

• im Umfeld von ca. 200 m von Horstbäumen (Eulen, Greifvögel, Schwarzstorch......)

• Baumhöhlen jeglicher Art und Größe in alten Bäumen und im stehenden Totholz

• Höhlen, Stollen, inklusive größere Felsspalten

• auf Bäumen generell, insbesondere auf sog. Zukunfts- oder Wertbäumen

• jagdliche Einrichtungen (Hochsitze, Wildäsungsflächen)

• unterholzreiche Waldflächen

• Felswände, Steinbrüche und Geländeabbrüche (in der Zeit von Februar bis August)“

Zufällige Koinzidenz: Wenige Tage bevor uns das Forstamt diesen Vorschlag mit der Bitte um Verbreitung übersandte, stellte die zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion SGD-Süd Rheinland-Pfalz in Abstimmung mit der SGD-Nord sowie dem Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz (LUWG) und weiteren Säugetier-Spezialisten in einem Schreiben an (die deutschen Reviewer von) Groundspeak® fest:

„dass eine ganzjährige Ausübung von Geocaching in Stollen, Höhlen, Bunkern, Erdkellern und ähnlichen Orten nicht im Einklang mit den einschlägigen Bestimmungen des besonderen Artenschutzes nach § 44 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz) steht.“

Die Begründung der Behörde lautet folgendermaßen:

„Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass

• ein Teil der Cacher nicht willens ist, sich an die entsprechenden gesetzlichen Regeln wie Fledermausschutzzeit nach § 39 BNatSchG zu halten (Legen und Suchen von Caches in der Fledermausschutzzeit, Fotografieren von Tieren, selbstständiges Suchen nach Fledermäusen, usw.)

• außer Fledermäusen noch weitere streng oder besonders geschützte Arten wie Wildkatze oder Garten- oder Siebenschläfer ganzjährig entsprechende Bereiche nutzen und durch Beeinträchtigungen gefährdet sind

• die genannten Bereiche von Fledermäusen z.T. auch außerhalb der Fledermausschutzzeit vom 1. Oktober bis 1. April als Balzquartier oder Tageseinstand im Eingangsbereich genutzt werden

• der Nutzungszeitraum durch die Fledermäuse sich je nach Witterungsverlauf auch ausweiten kann

• es sich bei der kleinsten Störungen der Fledermäuse im Winterschlaf um ein für die Tiere extrem kritisches Ereignis handelt, welches zum Tod von Einzeltieren bis hin zur Gefährdung der im Artenschutzrecht u.a. zu beachtenden lokalen Population führen kann

• in aller Regel von den Eigentümern der Stollen, entgegen der Festlegung in den Geocaching-Richtlinien, keine Genehmigungen zum Betreten der Örtlichkeiten vorliegen“

Groundspeak® wurde daher gebeten,

„alle (uns) in Rheinland-Pfalz bekannten Caches in Stollen, Höhlen, Bunkern, Erdkellern und ähnlichen örtlichen Gegebenheiten dauerhaft zu archivieren und in solchen Bereichen keine weiteren Caches mehr zuzulassen. Öffentliche Höhlen und Stollen können ausgenommen werden, sofern sie als solche offiziell erkennbar sind.“

Die deutsche Reviewerseite von Groundspeak® ergänzte wie folgt:

„Groundspeak® respektiert den Wunsch der zuständigen Behörde auch im Sinne eines naturverträglichen Geocachings. Es besteht seitens der Reviewer eine Bookmarkliste, die alle Caches enthält, die in Rheinland-Pfalz wegen Fledermausschutzes über den Winter inaktiviert waren. Die Owner dieser Caches werden in Kürze Post von einem Reviewer erhalten mit der Bitte, ihren Cache selbst zu archivieren. Sollte dies dann nicht innerhalb einer Woche geschehen, wird der Cache durch einen Reviewer archiviert.

Vielen Dank für Euer Verständnis und Eure Kooperation“

Das heißt doch,

• ein örtlicher, amtlicher Vertreter belässt seine Gesprächspartner (hier die IGG-Koblenz) wochenlang in dem Glauben, dass eine von ihm erstellte Vorschlagsliste (hier Verhaltensregeln für Geocacher) noch verhandelbar sei, während amtsintern der Zug schon längst abgefahren ist‘.

• Ein im Bundesnaturschutzgesetz klar geregelte Zeitenbegrenzung (§39 (6) Fledermausschutzzeiten) für Geocacher neu ausgelegt und erweitert wird (Lex Geocaching?)

Das Thema Naturschutz kann in einer Sportart wie Geocaching natürlich nicht ausgeklammert werden. Wer sich, wie wir, intensiv in der Natur bewegt, sollte die grundlegenden Verhaltensmaßregeln verinnerlichen, dieser Natur so wenig wie möglich Schaden zuzufügen. Und wir wissen, dass es in unseren Reihen schwarze Schafe gibt. Dagegen gehen wir an, appellieren an den gesunden Menschenverstand, üben, wo nötig, einen gewissen Druck aus und erreichen, in letzter Konsequenz, dass über den Weg der Zwangsarchivierung durch den Reviewer ein naturschutzunverträglicher Cache geschlossen wird. Kurzum, es gibt probate Mittel und Wege im eigenen Bereich gruppendynamisch gegen diese schwarzen Schafe vorzugehen.

Daneben gibt es die gesetzlichen Auflagen, die jeder zu beachten hat, nicht nur der Geocacher, und die, im Falle der Nichtbeachtung in letzter Konsequenz strafrechtliche Maßnahmen nach sich ziehen können.

Durch Aktivitäten auf kommunaler Ebene und/oder mit einschlägigen Naturschutzorganisationen pflegen einzelne Geocacher diese Zusammenarbeit und geben ihre Erfahrungen an die Cachergemeinde weiter. So kam unter anderem der Kontakt der IGG-Koblenz mit der Masgeik-Stiftung aus Molsberg im Westerwald zustande. Diese Stiftung hat sich dem örtlichen Naturschutz verschrieben und versucht durch Öffentlichkeitsarbeit breite Teile der Bevölkerung für den aktiven Naturschutz zu gewinnen. So vereinbarte man u.a. eine Veranstaltung mit uns Geocachern zu dem Thema ‚Geocaching und Naturschutz‘. Dieser Veranstaltung in Molsberg am 18.04.12 ging ein Vorgespräch mit drei Geocachern und zwei Naturschützern der Masgeik-Stiftung voran. Man war um Konsens und Konfliktvermeidung bemüht. Ein gegenseitiges Beschnuppern und Kennenlernen sollte im Vordergrund stehen. Wer an der Veranstaltung teilgenommen hat oder wer die Logeinträge zur Veranstaltung liest, weiß, welchen Verlauf diese Veranstaltung genommen hat. Konsens und Konfliktvermeidung sieht anders aus. Im einführenden Fachvortrag der Naturschützer wurde gezielt und einseitig das bisherige Fehlverhalten von einzelnen Geocachern in Sachen Naturschutz an längst abgeschlossenen Konfliktfällen aufgelistet und so, mit teilweise unwissenschaftlichen Auswertungen, das naturschutzunverträgliche Verhalten von Geocachern generell angeprangert. Die anschließende Aussprache mit den anwesenden Nichtcachern konzentrierte sich zunehmend auf das Thema der Eigentumsstörung. Mit Ende der Veranstaltung war mehrheitlich der Eindruck unter uns Geocachern verblieben, in die Ecke von Kleinkriminellen gedrängt zu werden.

Wir geben zu, um das Eigentumsthema haben bisher die meisten von uns einen Bogen gemacht. Gesunder Menschenstand müsste reichen, dachten wir. Jetzt scheinen wir eines besseren belehrt zu werden. Muss aber als Konsequenz jetzt jeder eigene Cache, der nicht das verbriefte Einverständnis des Grundstückeigentümers hat, geschlossen werden? Wohl kaum. Caches liegen in der Masse seit vielen Jahren, Konflikte mit Grundstückseigentümern hatten wohl die wenigsten und wenn doch, wurde der Cache vom Owner geschlossen, oder? Wir gehen also von einer Duldung dieser alten konfliktfreien Caches aus und sollten in Zukunft bemüht sein, soweit notwendig, das Einverständnis des Eigentümers einzuholen.

Naturschutz: Wir behaupten, dem Durchschnittsgeocacher liegt der Naturschutz nicht weniger am Herzen, als jedem anderen naturverbundenen Menschen auch. Eine ‚Lex Geocaching‘ zu diesem Thema ist so überflüssig wie ein Kropf. Bundesnaturschutzgesetz und dessen landesspezifischen Derivate bieten Handhabe genug, dem Geocacher, der sich bewusst und grobfahrlässig nicht an diese Regeln hält, zur Rechenschaft zu ziehen. Wir wissen, dass die Reviewer von Groundspeak®, die die Caches letztlich freischalten, das notwendige Rüstzeug haben, um beurteilen zu können, ob ein neuer Cache regelkonform in Sachen Naturschutz ist. Es gibt ausreichend Geocacher, die sich für den Naturschutz (neben ihrem Hobby Geocaching) in den entsprechenden Verbänden einsetzen. Und letztlich: Jeder Cacher sollte ehrlich das Thema in seinem Log ansprechen, wenn der Cache aus seiner Sicht Naturschutz- Auflagen verletzt.

Diskussionen und Kontakte, wie oben geschildert, bringen uns unseres Erachtens offenbar nicht weiter. Geocacher leben ihr Hobby offen im Internet aus. Jeder kann sich daran beteiligen, bekommt die Informationen, die er braucht, um ggf. gezielt gegen vermeintliche Missstände vorzugehen. Den amtlichen Naturschutzeinrichtungen wird Zugang und Information seitens der Geocaching-Gemeinschaft gewährt. Wo notwendig, haben sie direkten Zugriff, um Missstände zu beheben. Die Geocaching-Problematik auf eine Ebene mit dem Problem der Kinderpornographie im Netz zu stellen, wie es vor mehr als einem Jahr der Geschäftsführer der Gesellschaft zu Erhaltung der Eulen,EGE e.V in einem Schreiben an den Bundesumweltminister getan hat, ist diffamierend und fördert nicht das Zusammenleben zwischen erklärten Natur- und Artenschützern und dem Rest der Menschheit. Dies führt nur zur –natürlich nicht artikulierten aber logischen- Konsequenz: Den besten Artenschutz gäbe es ohne den Menschen als ‚Störgröße‘.

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Tipp: Zu dem Themenkreis siehe auch Cachedose Januar-2013

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Letzte Änderung: 23.11.2014